Diese Seite sammelt öffentlich zugängliche Zahlen zu Haarausfall in der Schweiz. Jede Zahl steht mit Quelle und Jahr. Wo es keine Schweizer Daten gibt, sagen wir das und kennzeichnen Hochrechnungen als solche. Die Seite enthält keine Patientendaten und keine internen Auswertungen von orva.
orva (2026). Haarausfall in der Schweiz in Zahlen. https://orva.ch/de-ch/guides/haarausfall-schweiz-zahlen, Stand 21. Oktober 2026. Für Einzelwerte bitte zusätzlich die Primärquelle nennen.
Wie häufig erblich bedingter Haarausfall ist
Die häufigste Form ist die androgenetische Alopezie, der erblich bedingte Haarausfall. Wie häufig sie ist, hängt stark vom Alter ab. Die belastbarsten Zahlen stammen aus grossen Stichproben in den USA, in Australien und im Vereinigten Königreich. [1] [2] [3] [4] Für die Schweiz haben wir in der wissenschaftlichen Literatur keine eigene Prävalenzstudie gefunden, auch keine Auswertung bei Stellungspflichtigen.
| Gruppe | Anteil | Studie, Land, Jahr |
|---|---|---|
| Männer 18 bis 29 Jahre, mindestens mittlerer Haarausfall (Norwood III oder mehr) | 16 % | Rhodes, USA, 1998 [1] |
| Männer 40 bis 49 Jahre, mindestens mittlerer Haarausfall | 53 % | Rhodes, USA, 1998 [1] |
| Männer 40 bis 55 Jahre, Haarausfall am Scheitel oder an Stirn und Scheitel | 31 % | Severi, Australien, 2003 [2] |
| Männer 65 bis 69 Jahre, Haarausfall am Scheitel oder an Stirn und Scheitel | 53 % | Severi, Australien, 2003 [2] |
| Männer 40 bis 69 Jahre, mittlerer oder starker Haarausfall (Selbstangabe) | 45,4 % | UK Biobank, Vereinigtes Königreich, 2017 [3] |
| Männer ab 80 Jahren, Haarausfall im mittleren Stirnbereich | 73,5 % | Gan und Sinclair, Australien, 2005 [4] |
Die Studien messen unterschiedlich, teils durch Untersuchung, teils durch Selbstangabe. Die Werte sind deshalb nicht direkt vergleichbar. Gemeinsam zeigen sie, dass erblicher Haarausfall bei Männern mit dem Alter zur Mehrheit wird. Die Hintergründe erklärt der Ratgeber zu den Ursachen von Haarausfall.
Haarausfall bei Frauen und kreisrunder Haarausfall
Auch Frauen sind betroffen, meist mit einer diffusen Ausdünnung am Scheitel. In einer britischen Studie mit 377 Frauen, die eine Hautklinik aus anderen Gründen aufsuchten, hatten 6 % der Frauen unter 50 Jahren und 38 % der Frauen ab 70 Jahren ein weibliches Muster von Haarausfall. [5] In Australien zeigte sich bei 57 % der Frauen ab 80 Jahren ein Haarverlust im mittleren Stirnbereich. [4]
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist eine Autoimmunerkrankung und deutlich seltener. Das Risiko, im Lauf des Lebens daran zu erkranken, lag in zwei US-Bevölkerungsstudien bei 1,7 % und 2,1 %. [6] [15] Eine Metaanalyse von 94 Studien fand in bevölkerungsbasierten Erhebungen eine Häufigkeit von 0,75 % zu einem bestimmten Zeitpunkt. [7] Über alle Studien nennt die Metaanalyse 2,11 %. Darin sind auch Klinikstichproben enthalten, deshalb verwenden wir für die Schweiz den bevölkerungsbasierten Wert.
Hochrechnung auf die Schweizer Bevölkerung
Um eine Grössenordnung für die Schweiz zu erhalten, haben wir die Anteile aus den Studien mit der ständigen Wohnbevölkerung Ende 2025 multipliziert. [8] Die Schweiz hatte zu diesem Zeitpunkt 9 127 125 Einwohnerinnen und Einwohner, davon 4 540 323 Männer. Die Rechnung setzt voraus, dass die Häufigkeit hier gleich ist wie in den Studienländern. Das ist eine Vereinfachung.
| Gruppe | Bevölkerung | Anteil laut Studie | Hochrechnung |
|---|---|---|---|
| Männer 18 bis 29 Jahre, mindestens mittlerer Haarausfall | 636 038 | 16 % [1] | rund 100 000 |
| Männer 40 bis 49 Jahre, mindestens mittlerer Haarausfall | 644 599 | 53 % [1] | rund 340 000 |
| Männer 40 bis 69 Jahre, mittlerer oder starker Haarausfall | 1 824 211 | 45,4 % [3] | rund 830 000 |
| Frauen 18 bis 49 Jahre, weibliches Muster | 1 873 703 | 6 % [5] | rund 110 000 |
| Frauen ab 70 Jahren, weibliches Muster | 734 194 | 38 % [5] | rund 280 000 |
| Alle Altersgruppen, kreisrunder Haarausfall zu einem Zeitpunkt | 9 127 125 | 0,75 % [7] | rund 68 000 (95-%-Konfidenzintervall der Metaanalyse 45 000 bis 97 000) |
Die Hochrechnungen sind Grössenordnungen. Herkunft der Bevölkerung, Messmethode und Definition unterscheiden sich zwischen den Studien und der Schweiz. Wer genauere Zahlen braucht, findet sie nur in einer eigenen Schweizer Erhebung, die es bisher nicht gibt.
Was in der Schweiz zugelassen ist
Laut der Swissmedic-Liste der zugelassenen Arzneimittel vom 30. September 2026 gibt es für erblich bedingten Haarausfall zwei Wirkstoffgruppen mit Zulassung. [9] Neun topische Minoxidil-Präparate unter vier Marken sind in der Abgabekategorie D zugelassen, also nach Fachberatung ohne Rezept erhältlich. Sechs Präparate mit Finasterid 1 mg zum Einnehmen und ein topisches Finasterid-Präparat sind rezeptpflichtig in der Kategorie B.
Ein orales Minoxidil-Präparat ist in der Schweiz nicht zugelassen. Dutasterid ist nur für die gutartige Prostatavergrösserung zugelassen, nicht für Haarausfall. [9] Für schweren kreisrunden Haarausfall hat Swissmedic im Februar 2025 den Wirkstoff Ritlecitinib (Litfulo) zugelassen. [10] Details zu den einzelnen Wirkstoffen findest du im Vergleich Finasterid vs Minoxidil und im Ratgeber Minoxidil Rezept Schweiz.
Was die Grundversicherung bezahlt
Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt Arzneimittel, die auf der Spezialitätenliste (SL) des Bundesamts für Gesundheit stehen und wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind. [12] Eine Abfrage der SL am 21. Oktober 2026 ergab für Haarausfall folgendes Bild. [11]
| Wirkstoff | Auf der SL |
|---|---|
| Minoxidil | Kein Präparat gelistet |
| Finasterid | Nur 5 mg für die Prostata, kein 1-mg-Präparat |
| Dutasterid | Nur 0,5 mg für die Prostata |
| Ritlecitinib (Litfulo) | Nicht gelistet |
Die Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall ist damit in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Was die einzelnen Wege kosten, zeigt der Ratgeber Was kostet eine Haarausfall-Behandlung in der Schweiz.
Versorgung und Haartransplantationen
Ende 2025 waren in der Schweiz laut FMH-Ärztestatistik 718 Fachärztinnen und Fachärzte für Dermatologie und Venerologie berufstätig, 393 Frauen und 325 Männer. [13] Auf die Bevölkerung gerechnet sind das rund 7,9 pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner oder eine Fachperson auf rund 12 700 Personen (eigene Berechnung). [8] [13] Sie betreuen alle Hautkrankheiten, Haarausfall ist nur ein Teil davon. Welche Wege es neben der Praxis gibt, vergleicht der Ratgeber Telemedizin, Hautarzt oder Haarklinik.
Für Haartransplantationen gibt es keine Schweizer Statistik. Laut der weltweiten Mitgliederumfrage der Fachgesellschaft ISHRS wurden 2024 84,7 % der chirurgischen Eingriffe bei Männern durchgeführt. [14] Die Umfrage beruht auf Selbstangaben von 247 Mitgliedern und ist keine Marktzählung.
Was es nicht gibt
Ebenso wichtig wie die vorhandenen Zahlen sind die Lücken. Wir haben keine Schweizer Bevölkerungsstudie zur Häufigkeit von erblichem Haarausfall gefunden, keine repräsentative Schweizer Umfrage und keine Statistik zu Haartransplantationen in der Schweiz. Häufig zitierte Werte wie «bis zu 80 % der Männer» liessen sich nicht eindeutig einer Primärquelle zuordnen. Die nächste belegte Zahl sind 73,5 % bei Männern ab 80 Jahren. [4]
Wir aktualisieren die Seite, sobald neue Daten erscheinen. Wenn du eine öffentliche Schweizer Quelle kennst, die hier fehlt, schreib uns über die Kontaktseite.
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Häufige Fragen
Quellen
- [1] Rhodes T, Girman CJ, Savin RC, et al. (1998). Prevalence of male pattern hair loss in 18-49 year old men. Dermatologic Surgery. https://doi.org/10.1111/j.1524-4725.1998.tb00009.x
- [2] Severi G, Sinclair R, Hopper JL, et al. (2003). Androgenetic alopecia in men aged 40-69 years: prevalence and risk factors. British Journal of Dermatology. https://doi.org/10.1111/j.1365-2133.2003.05565.x
- [3] Hagenaars SP, Hill WD, Harris SE, et al. (2017). Genetic prediction of male pattern baldness. PLoS Genetics. https://doi.org/10.1371/journal.pgen.1006594
- [4] Gan DC, Sinclair RD. (2005). Prevalence of male and female pattern hair loss in Maryborough. Journal of Investigative Dermatology Symposium Proceedings. https://doi.org/10.1111/j.1087-0024.2005.10102.x
- [5] Birch MP, Messenger JF, Messenger AG. (2001). Hair density, hair diameter and the prevalence of female pattern hair loss. British Journal of Dermatology. https://doi.org/10.1046/j.1365-2133.2001.04018.x
- [6] Safavi KH, Muller SA, Suman VJ, et al. (1995). Incidence of alopecia areata in Olmsted County, Minnesota, 1975 through 1989. Mayo Clinic Proceedings. https://doi.org/10.4065/70.7.628
- [7] Lee HH, Gwillim E, Patel KR, et al. (2020). Epidemiology of alopecia areata, ophiasis, totalis, and universalis: A systematic review and meta-analysis. Journal of the American Academy of Dermatology. https://doi.org/10.1016/j.jaad.2019.08.032
- [8] Bundesamt für Statistik. (2026). Ständige Wohnbevölkerung nach Geschlecht und Alter, STATPOP 2025 (px-x-0102010000_101). BFS. https://www.pxweb.bfs.admin.ch/pxweb/de/px-x-0102010000_101/ (Aufgerufen am 21.10.2026)
- [9] Swissmedic. (2026). Zugelassene Arzneimittel und zugelassene Packungen (Humanarzneimittel), Stand 30.09.2026. Swissmedic. https://www.swissmedic.ch/swissmedic/de/home/services/listen_neu.html (Aufgerufen am 21.10.2026)
- [10] Swissmedic. (2025). Litfulo, Hartkapseln (Ritlecitinibum), neu zugelassenes Humanarzneimittel. Swissmedic. https://www.swissmedic.ch/swissmedic/de/home/humanarzneimittel/authorisations/new-medicines/litfulo-hartkapseln-ritlecitinibum.html (Aufgerufen am 21.10.2026)
- [11] Bundesamt für Gesundheit. (2026). Spezialitätenliste (SL). BAG. https://sl.bag.admin.ch (Aufgerufen am 21.10.2026)
- [12] Schweizerische Eidgenossenschaft. (2024). Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), Art. 25 und 32 (SR 832.10). Fedlex. https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1995/1328_1328_1328/de (Aufgerufen am 21.10.2026)
- [13] FMH. (2026). FMH-Ärztestatistik 2025, Berufstätige Ärzteschaft nach Hauptfachgebiet und Geschlecht. FMH. https://www.fmh.ch/files/pdf33/5.-aerzteschaft-nach-hauptfachgebiet-und-geschlecht.pdf (Aufgerufen am 21.10.2026)
- [14] International Society of Hair Restoration Surgery (ISHRS). (2025). 2025 Practice Census Results. ISHRS. https://ishrs.org/wp-content/uploads/2025/05/report-2025-ishrs-practice-census_05-12-25-final.pdf (Aufgerufen am 21.10.2026)
- [15] Mirzoyev SA, Schrum AG, Davis MDP, Torgerson RR. (2014). Lifetime incidence risk of alopecia areata estimated at 2.1% by Rochester Epidemiology Project, 1990-2009. Journal of Investigative Dermatology. https://doi.org/10.1038/jid.2013.464